Demokratie

Demokratie zeigt sich darin, dass Austausch, Offenheit und gemeinsames Entscheiden das Miteinander in der Region stärken.
Demokratie ist, wenn Menschen sich aktiv daran beteiligen können, etwas zu verändern. Aus diesem Grund haben wir von den Kultur.Pflanzen.Knüll es uns zum Ziel gemacht, Projekte zu fördern, in denen das Publikum nicht nur Teilnehmende sind, sondern aktiv mitgestalten.

Beteiligung ist nicht gleich Partizipation

Du möchtest ein Projekt im Rahmen der Kultur.Pflanzen.Knüll umsetzen?
Dann ist es besonders wichtig für dich, den Unterschied zwischen Beteiligung und Partizipation zu kennen.

Beteiligung bedeutet, dass Menschen in ein bereits geplantes Kulturvorhaben einbezogen werden – der Rahmen, die Ziele und Inhalte stehen jedoch bereits fest. Mitwirkende können zwar an der Veranstaltung teilnehmen, aber nicht mitentscheiden.

Beispiel:
Bei einem Projekt bestehen genaue Vorgaben von Künstler:innen oder Institutionen, was, wie und wo bei dem Projekt geschieht. Teilnehmende führen zwar Aufgaben aus und übernehmen kleinere Beiträge, die Entscheidungsmacht über Inhalte, Ziele, Orte und Beteiligte liegt jedoch bei den Projektleitenden.

Partizipation bedeutet, dass Menschen in Planung, Gestaltung und Entscheidungsprozesse eines Projekts eingebunden werden. Sie sind nicht nur Teilnehmende, sondern Mitgestaltende und übernehmen gemeinsam die Entwicklung von Ideen und Zielen. In der Gruppe besteht geteilte Verantwortung und Entscheidungsmacht.

Partizipation entsteht nicht von selbst – man muss aktiv dazu einladen.

Partizipation ist weniger eine Methode als vielmehr eine Haltung und eine Struktur innerhalb eines Projekts. Hier sind einige Hinweise, wie du dein Projekt möglichst partizipativ gestalten und Menschen dazu einladen kannst, mitzumachen:

  1. Früh anfangen (nicht erst einladen, wenn alles fertig ist!)
    Statt: Hier ist unser Projekt – mach mit!
    Besser: Was ist für euch wichtig? Was wird gebraucht? Wie findet ihr die Idee?
    Je früher Menschen beteiligt werden, desto echter ist die Mitwirkung.
  2. Ohne echte Entscheidungsspielräume keine Partizipation
    Mitwirkende dürfen Themen setzen sowie Inhalte, Formen, Zeitpläne und Orte mitgestalten. Vorschläge können das Projekt verändern – nicht nur schmücken!
  3. Rollen klären – aber flexibel bleiben
    In jedem Projekt gibt es Menschen mit viel Verantwortung – echte Organisator:innen – und jene, die tatkräftig unterstützen. Deshalb ist es sinnvoll, klare Erwartungen zu formulieren:
    Wie viel Zeit und Verantwortung wird von den Mitwirkenden verlangt? Wo endet die Entscheidungsmacht des Einzelnen?
    Dabei dürfen sich Rollen entwickeln und Aufgaben auch einmal verschieben.
  4. Beziehungen vor Ergebnisse stellen
    Bei den Kultur.Pflanzen.Knüll steht nicht das große Festival mit Hunderten von Besucher:innen im Mittelpunkt. Für uns stehen die Beziehungen und Netzwerke hinter den Kulissen im Fokus. Plant daher genügend Zeit für ein Kennenlernen und den gegenseitigen Austausch ein. Meinungsverschiedenheiten kommen vor – lasst sie zu und nehmt sie ernst. So entstehen Kompromisse und neue Lösungswege.
  5. Ressourcen bereitstellen
    Wer mitentscheiden soll, braucht Zeit, Informationen, Qualifizierungsmaßnahmen, Material, Honorare für Expert:innen, Aufmerksamkeit und Mobilität. Deshalb setzen die Kultur.Pflanzen.Knüll hier ihre Förderschwerpunkte.
    Falls du Fragen dazu hast, komm gerne auf uns zu!
  6. Fehler erlauben!
    Echte Partizipation ist zwar langsamer, unordentlicher und weniger planbar – aber auch relevanter, nachhaltiger und glaubwürdiger.