Beim Workshop zum Eigenbau eines Windrades standen die Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien als konkret erfahrbarem Thema, das ökologische Verantwortung in Mittelpunkt.
Akteure: Leon Fiand
Ort: Kunst- und Werkhof Großropperhausen
In einer offenen Werkstattatmosphäre kamen über vier Tage hinweg 16 Teilnehmer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Hintergründen zusammen. Gemeinsam wurde geplant, gebaut, ausprobiert und reflektiert. Der praktische Zugang und die eigene handwerkliche Tätigkeit ermöglichte es den Teilnehmenden, technische Zusammenhänge unmittelbar zu verstehen und eigene Erfahrungen im Umgang mit Material, Werkzeug und Konstruktion zu sammeln. Dabei stand nicht das perfekte Ergebnis im Vordergrund, sondern der gemeinsame Lernprozess.
Der Workshop bot bewusst Raum für Austausch und Diskussion. Fragen zu Energiegewinnung, Ressourcennutzung und regionaler Selbstversorgung wurden ebenso aufgegriffen wie die Bedeutung gemeinschaftlicher Projekte für den ländlichen Raum. Durch das gemeinsame Arbeiten entstand ein Dialog auf Augenhöhe, in dem Wissen geteilt, weiterentwickelt und kritisch hinterfragt wurde. Niklas Welschof, der an dem DIY-Kurs teilnahm, ist begeistert von der Konstruktion, die sich bei zu viel Wind selbst aus dem Wind nehme. Er möchte das Windrad nach dem Kurs selbst zu Hause nachbauen. Ralf Spelter ist für seinen Arbeitgeber, die evangelische Kirche nach Großropperhausen gekommen. Er möchte das Windrad ebenfalls nachbauen, mit einer Jugendgruppe. „Wir haben eine schöne alte Kapelle auf einem Hügel, bisher aber noch keinen Strom“ erklärt er.
Ein zentrales Anliegen des Workshops war es, den Teilnehmern den Windrad-Eigenbau zu lehren und damit Selbstwirksamkeit erfahrbar zu machen. Die Teilnehmenden erlebten, dass sie durch gemeinsames Handeln und gegenseitige Unterstützung in der Lage sind, komplexe Themen praktisch anzugehen. Dies stärkte nicht nur das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sondern auch das Bewusstsein für die Kraft kollektiver Prozesse. Ausstellungsort des Windrads ist der Skulpturengarten des Kunst- und Werkhofs Großropperhausen, wo das Windrad eine kinetische Skulptur antreibt.
Der Windradbau‑Workshop fügte sich damit nahtlos in das offene Netzwerk von Kultur.Pflanzen.Knüll ein. Er zeigte beispielhaft, wie kulturelle Bildung, handwerkliche Praxis und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verbunden werden können. Als gemeinschaftliches Erlebnis setzte der Workshop ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Denken, demokratische Beteiligung und einen solidarischen Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft.



